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Substanzabhängigkeit - Diagnostische Kriterien (6)
Irgendwann innerhalb des letzten Jahres müssen mind. 3 der folgenden Merkmale gleichzeitig vorhanden gwesen sein:

1. Starker Wunsch oder gefühlter Zwang, eine Substanz zu konsumieren
2. Verminderte Kontrollfähigkeit bzgl. Beginn, Beendigung und Menge des Konsums
3. Körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion
4. Toleranzentwicklung
5. Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Konsums oder aussergewöhnliche Beschaffungsmaßnahmen
6. Anhaltender Konsum trotz Nachweis eindeutig schädlicher Folgen
Substanzmissbrauch / schädlicher Gebrauch - Merkmale
> Konsumverhalten, welches zu eindeutigen körperlichen oder psychischen Schäden führt
Polytoxikomanie - Diagnostische Kriterien
Über mind. 6 Monate wiederholter Konsum von mind. 3 der folgenden psychotropen Substanzen:

1. Alkohol
2. Opioide
3. Cannabinoide
4. Sedativa / Hypnotika
5. Kokain
6. Sonstige Stimulanzien
7. Halluinogene
8. Tabak
9. Flüchtige Lösungsmittel
Substanzabhängigkeit - Allgemeine Epidemiologie (Deutschland)
1. Alkohol > 1,5-2 Mio.
2. Cannabis-Konsum > 2 Mio.
3. Medikamente (v.a. BDZ) > 1,5 Mio.
4. Amphetamin-Konsum > 1 Mio.
5 Heroin > 150.000
Substanzabhängigkeit - Allgemeine Therapie (Stufeneinteilung)
1. Kontaktphase
2. Entgiftungsphase
3. Entwöhnungsphase
4. Nachsorgephase
Alkoholabängigkeit - Entwicklungsstadien nach Jellinek
1. Präalkoholische Phase
> mäßige Mengen, Trinken zum Spannungsabbau, leichte Toleranz

2. Prodromalphase
> deutliche Toleranz, zunehmende Beschäftigung mit Konsum, heimliches Trinken, erste Amnesien

3. Kritische Phase
> starke psychische Abhängigkeit, Kontrollverlust, Dissimulation, morgendliches Trinken

4. Chronische Phase
> prolongierte Räusche, köperliche Entzugszeichen, somatische Komplikationen, teilw. Alkoholintoleranz, (Prä-)Delirien
Alkoholabängigkeit - Typologie nach Jellinek
1. Alpha > Konflikttrinker (5 %, kein Kontrollverlust)

2. Beta > Wochenendtrinker (5 %, kein Kontrollverlust)

3. Gamma > Süchtiger Trinker (65 %, Kontrollverlust)

4. Delta > Gewohnheitstrinker (20 %, kein Kontrollverlust, keine Abstinenzfähgikeit)

5. Epsilon > Quartalstrinker (5 %, Kontrollverlust)
Alkoholabängigkeit - Typologie nach Cloninger
Typ-I > später Krankheitsbeginn, kaum Belastungen, keine Geschlechtspräferenz, bessere Prognose

Typ-II > früher Beginn (<25), erhebliche psychosoziale Belastungen, m>f, schlechtere Prognose
Alkoholabhängigkeit - Spezifische Komplikationen / Folgezustände

1. Delirium tremens
2. Alkoholhalluzinose
3. Alkoholischer Eifersuchtswahn
4. Wernicke-Enzephalopathie
5. Korsakow-Syndrom
1. Inzidenz 5-15 %, unbehandelt Mortalität von 25 %
2. Akustische (Pseudo-)Halluzinationen während Trinkphase, i.d.R. Rückbildung unter Abstinenz
3. Langsame Rückbildung unter Abstinenz und neuroleptischer Therapie
4. bis zu 10 %, akuter Beginn, Nystagmus, Blickparesen, Ataxie, Bewusstseinsstörung, Behandlung mit Vitamin B1
5. Oft folge einer Wernicke-Enzephalopathie, akute und chronische Verläufe, Orientierungsstörungen(v.a. Zeitgitter, Situation), Merkfähigkeitsstörungen, Konfabulationen
Alkoholabhängigkeit - Medikamentöse Rezidivprophylaxe
1. Acamprosat (Campral)
> bei starkem craving ohne rel. Komorbiditäten, i.d.R. gut verträglich, 3x2 Kps. tgl.. mind. 6 Monate nach Entgiftung
2. Naltrexon (Nemexin)
> µ-Opiat-Antagonist, 50 mg/d, mind. 3 Monate
3. Disulfiram (Antabus)
> Aversivbehandlung, Alkoholkonsum löst Erbrechen, Schwindel, Angst aus
Opioidabhängigkeit - Substanzen (11)
1. Morphin
2. Heroin (Diacetylmorphin)
3. Dihydrocodein
4. Methadon-Razemat
5. L-Methadon (L-Polamidon)
6. Tramadol
7. Pethidin (Dolantin)
8. Piritramid (Dipidolor)
9. Buprenorphin (Subutex, Temgesic)
10. Pentazocin (Fortral)
11. Fentanyl (Durogesic)

> wirken agonistisch na My-Opiatrezeptoren
Opioidabhängigkeit - Intoxikation
- starke Euphorie
- Gefühl des Gelöstseins
- starkes Selbstbewusstsein

- Sedierung (bis hin zum Koma)
- Apathie
- Verwirrtheit

durch Parasympathikus-Übergewicht:

- Miosis
- Benommenheit
- Hautjucken
- Hypotonie
- Bradykardie
- Hypothermie
- Blasensphincterspasmus
Opioidabhängigkeit - Entzugssyndrom
- Beginn ca. 8 Std. nach der letzten Dosis, Maximum nach 1-2 Tagen, Abklingen binnen 1-2 Wochen

Symptome:

- craving
- Angst
- Schwitzen
- Tränenfluss / Rinorrhoe
- Schlafstörungen
- Mydriasis
- Tremor
- Muskelschmerzen
- Hypertonie
- Fieber
- Tachykardie
- Übelkeit / Erbrechen
- Unruhe
- Durchfälle
Opioidabhängigkeit - Entgiftungsmethoden (4)
1. Kalter Entzug
> abruptes Absetzen, keine Substitution, keine Medikamente, hohe Abbruchraten, daher nicht empfehlenswert
2. Lauwarmer Entzug
> Entzugssyndrom wird durch Gabe flankierender Substanzen (Clonidin, Doxepin, Ibuprofen, Metoclopramid, Loperamid) abgeschwächt
> Clonidin und Doxepin zusammen nicht sinnvoll, da TZAs Alpha-2-Rezeptor hyposensitiv für Clonidin machen
> Clonidin wirkt antihypertensiv > sedierend > analgetisch, Beginn mit 3-4 x 150, Steigerung auf bis zu 6 x 150/d
> ggf. zusätzlich APs (antiemetisch, darmentkrampfend, sedierend), z.B. Haloperidol, 2 x 2-4 mg/d
3. Warmer Entzug
> Ersatz der Droge durch Buprenorphin oder Methadon, danach ausschleichendes Absetzen
4. Turboentzug
> Forcierte Entgiftung unter intensivmediz. Bedingungen (Narkose), einsatz von Naloxon, Narkosemitteln usw., teilw. schwerwiegende Komplikationen, daher nicht zu empfehlen
Opioidabhängigkeit - Substitutionsbehandlung

Richtlinien (4)
1. Nicht bei Minderjährigen
2. Mind. 2 Jahre Erkrankungsdauer
3. Take-Home frühestens nach 6 Monaten
4. Subtitutionsdauer Monate bis Jahre, in Ausnahmefällen auch dauerhaft
Opioidabhängigkeit - Substitutionsbehandlung

Methadon / Polamidon-Aufdosierung
1. Initial 10-30 mg Methadon (Razemat), danach 1 Std. überwachen (auf itnoxikationszeochen achten!), im Verlauf des 1. Tages ggf. nochmal 10 mg
> Methadon kann QT-Intervall verlängern (cave: Torsades-des-Pointes), Todesfälle bei Initialdosis grössergleich 40 mg wurden beobachtet
> Methadon-Spiegel kann durch CYP3A4 / CYP2D6 Inhibitoren (z.B. Sertralin, Fluvoxamin, Clopidogrel) steigen
2. Täglich um 5-10 mg steigern bis craving weitgehend weg
3. Zieldosis i.d.R. 80-120 mg/d
4. Möglichst nicht unterdosieren, da sonst eher Beikonsum
Opioidabhängigkeit - Substitutionsbehandlung

1. Alternative zu Methadon
2. Nachbehandlung nach Substiutionsende
1. Buprenorphin (part. Opiatagonist)
> Vorteile: längere Halbwertszeit (Einnahme kann u.U. auch nur alle 2-3 Tage erfolgen), keine atemdepressive Wirkung
> Erste Dosis erst wenn klare Entzugszeichen, da Buprenorphin selbst (nur geringer Agonismus aber hohe Rezeptoraffinität) Entzugssymptome induzieren kann
> Beginn mit 2-4 mg, nach 1-2 Std. ggf. nochmal 4 mg, Steigerung bis max. 24 ,g/d, übliche Tagesdosis 8-12 mg

2. Wenn gesichert entzogen und glaubhaft abstinenzwillig, Gabe von Opiatantagonist Naltrexon (z.B. 3 x pro Woche 100-150 mg), Heroin bei Rückfall unwirksam
Cannabisabhängigkeit

1. epidemiologie
2. Intoxikationssymptome
3. Folgen chronischen Konsums
4. Entzugssymptome
1. In Deutschland etwa 2 Mio. Konsumenten und ca. 240.000 Abhängige

2. Idifferenz, Euphorie, verändertes Raum- u. Zeiterleben, intensivierte Wahrnehmung, Denkstörungen, Tachykardie, Mydriasis, Mundtrockenheit, konjunktivale Injektionen

3. Amotivationales Syndrom (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Apathie)

4. Rein psychische Abhängigkeit, daher v.a. psychische Entzugszeichen (Reizbarkeit, Ängstlichkeit)
Kokain / Stimulanzien - Einteilung
1. Kokain
2. Amphetamine
a) Amphetamin (Speed)
b) Metamphetamin (Crystal, Meth)
c) MDMA (Ecstasy)
Kokain / Amphetamine - Wirkmechanismus
1. Kokain hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin (geringer auch NA und Serotonin) aus dem synaptischen Spalt

2. Amphetamine verstärken die präsynaptische Ausschüttung von Dopamin (geringer auch NA und Serotonin)
4-Hydroxybutansäure

1. Synonyme
2. Wirkweise
3. Vorstufen
4. Missbrauch
1. Gammahydroxybuttersäure (GHB), Hyroxybutyrat u. Oxybat (Salze), liquid Ecstasy
2. In niedrigen Dosierungen (bis 2,5 mg) ähnlich wie Alkohol, euphorisierend, angstlösend, enthemmend, teilweise aphrodisierend. In höheren Dosierungen sedierend bzw. narkotisierend
3. Vorstufen (GBL, BDO) werden im Körper direkt zu GHB verstoffwechselt und dienen deshalb häufig als Ersatzdroge
4. Einsatz als K.O.-Tropfen
Ecstasy - Komplikationen
- wirkt neurotoxisch (v.a. auf serotonerge Neurone)
- führt in Einzelfällen zu lebensbedrohlichen Zuständen mit:

- Koma
- Hyperthermie
- Hyponatriämie
- dissem. Koagulopathie
- Rhabdomyolyse
- akutem Nierenversagen
- Krampanfällen
- Arrythmien
- Myokardinfarkten
- Schlaganfällen
Halluzinogene - Einteilung
1. LSD (Lysergsäurediethylamid)
2. Mescalin
3. Psilocybin
4. Phencyclidin (PCP, Angel Dust)
> unrsprüngl. Anästhetikum, geeignet für "Modellpsychosen"
Diverse Partydrogen - Einteilung
1. Ephedrin (Herbal Ecstasy)
> wirkt ähnlich wie Ecstasy
2. Ketamin
> nichtkompet. NMDA-Rezeptor-Antagonist, urspr. Anästhetikum, ruft psychedelische Effekte hervor, bei Intoxikation "out-of-body-Erlebnisse oder Nahtod-Erfahrungen
3. Nitrite (Poppers, TNT)
> werden inhaliert, sehr rascher Wirkeintritt, aphrodisierend, Methämoglobinämie als Komplikation bei häufigem Gebrauch
Nikotinabhängigkeit - Medimaentöse Therapie
1. Nikotinersatz
> Pflaster, Kaugummis, Nasensprays, über 12 Wochen ausschleichend absetzen
2. Bupropion (Zyban)
> 150-300 mg/d (2 x tgl.), in der 2. Woche Nikotin-Stop, Therapie über mind. & Wochen nach Beginn der Abstinenz fortführen
3. Vareniclin (Champix)
> part. Agonist an nikotinergen ACh-Rezeptoren
Opioidentgiftung - Ausschleichendes Absetzen von Substitutionsmitteln

1. Methadon
2. Buprenorphin
1.

- wenn initial > 40 mg/d, zunächst tgl. um 5 mg reduzieren
- ab 40 mg/d Reduktion um 5 mg alle 2 Tage oder tgl. um 2 mg
- ggf. verdeckter Entzug (bessere Compliance)
- NB:: Entzugszeichen bei Weglassen von Methadon erst nach 10-20 Std. (bei Heroin bereits nach 4-8 Std.), insgesamt deutlich längerer und unangenehmerer Entzug (teilweise noch wochenlang Symptome)

2.

- wenn Buprenorphin-Dosis > 16 mg/d, wöchentliche Reduktion um 4 mg
- wenn Buprenorphin-Dosis 8-16 mg/d, wöchentliche reduktion um 2-4 mg
- wenn Buprenorphin-Dosis 2-8 mg/d, wöchentliche Reduktion um 2 mg
- ab 2 mg/d erfolgt weitere Abdosierung mit 0,4-0,8 mg pro Woche
> insgesamt schneller und schonender wie Methadon-Entzug