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Erklären Sie die Verbindung von Erziehung und Anthropologie!
* Denken über Erziehung stets geprägt von derzeitigen Ansichten und Denkweisen der Gesellschaft
* durch Metaphern und Bildern in der Erziehung kommt das Verhältnis von Mensch und Welt zum Ausdruck
* Wie tief Mensch und Welt miteinander verbunden sind, ist der Ausdruck was in den Blickwinkel gerät und was nicht
-> grundlegend norminative Annahmen der Erziehung und was in den Blickwinkel gerät und was nicht wird festgelegt
* die impliziten Anthropologeme (vgl. Bilstein) bestimmen die herrschenden Vorstellungen vom Menschen und das erzieherische Denken und Handeln
* Bilder und Auffassungen von Mensch und Gesellschaft sind bis heute in ihrer Wirksamkeit durchgehend
* es wird immermal der Ruf nach mehr oder weniger Erziehung laut
Erläutern Sie den metaphorischen Gehalt des Begriffes Erziehung!
* Metapher und Bilder kommen in jeder pädagogischen Literatur und Vorstellung von Erziehung vor
* beschreiben die Praktiken und Ansprüche der Erziehenden sehr deutlich und dienen oftmals nicht nur zur Veranschaulichung, sondern enthalten meistens das eigentliche Verständnis von Erziehung
* Viele Überlegungen und Praktiken zu Erziehung lassen sich hierbei auf basale und fundamentale Bilderfelder, diese Erziehungsstile und –methoden rechtfertigen sollen, zurückführen
* favorisierten Bilder decken sich hierbei mit dem Alltagsverständnis der Zeit, soziokulturellen Normen und anthropologischen Entwürfen
* eigene Erfahrung von Erziehung bleibt dabei unthematisiert. Es wird nur die Perspektive des Erziehers wiedergegeben
* Hierbei kann es allerdings passieren das die Bilder ihr Gesicht verändern wenn sie aus der Sichtweise des zu Erziehenden betrachtet werden, erst durch diese veränderte Perspektive wird die asymmetrische Machtstruktur der Erziehungspraktiken sichtbar.
Welche Bedeutung haben Erziehungsmetaphoriken? Stellen Sie ausgewählte Bilder von Erziehung erläuternd dar!
* Erziehungsmetaphoriken sollen das erzieherische Handeln veranschaulichen und oftmals schon im Vorfeld legitimieren
* geben Hinweise darauf wie der Erziehung erfolgen soll und implizieren anthropologische Entwürfe.
* Erzieher als Gärtner:
- freies Entfalten ohne erzieherische Einflussnahme suggeriert
- in Wahrheit übernimmt aber dieser die Aufgabe die der eines Gärtners gleichkommt
- Der Gärtner sorgt sich um den Zögling, lenkt ihn, bewässert ihn, schneidet ihn zu, jätet Unkraut und sondert schlechte Pflanzen aus
- In dieser Metapher ist die Erziehung nur die natürliche Entwicklung des Menschen in die erzieherisch eingegriffen werden darf um sie zu verbessern.
* Erzieher als Hirte:
- Die zu Erziehenden haben sich zu ihrem eigenen Wohle der Führung des Hirten unterzuordnen.
- Der Hirte schützt sie während ihrer Unmündigkeit und behütet das Kind in Sorge und Fürsorge vor Gefahren.
- Hierbei kennt der Führer allerdings allein den Weg und das Kind hat auch gegen seinen Willen diesen Weg zu befolgen.
* Erziehers als Belehrender:
- wird der Zögling als ein leeres Blatt dargestellt, dieses der Erzieher frisch beschriften muss.
- Der zu Erziehenden wird geprägt und einer Ordnung einverleibt.
- Er stellt hierbei lediglich das Material dar, Form und Inhalt stammen vom Erzieher selbst.
- Diese Erziehung wird in verschiedene Prägephasen unterteilt in denen der zu Erziehende erzieherischen Praktiken besonders empfänglich ist.
* Erzieher als Schöpfer:
- Diese ist sehr vielschichtig und bis heute wirkmächtig.
- Das Kind steht im Kontext von Schöpfung und Zeugung für das Neue und ist das Signum vor eine bessere Zukunft.
- Der Erzieher gleicht hierbei einem Architekten und Baumeister, dieser nicht wie Gott aus dem nichts schafft, aber dessen Baupläne lesen und umsetzen kann.
- Der Erzieher als Architekt entwirft hierbei pädagogische Räume und schafft nach dem Vorbild Gottes. Das „Werk“ ist ein gut erzogenes, sittliches Kind.
* Erzieher als Aufklärer:
- ist die Metapher von Licht und Erweckung. Der Zögling wird hierbei Erleuchtet, heißt er erkennt durch das Licht die Wahrheit.
- Der Mensch als Geschöpf Gottes trägt die Möglichkeit der Erkenntnis von Natur aus in sich.
- Die Aufgabe des Erziehers besteht in dieser Metapher darin das Licht zu entzünden, damit der zu Erziehende die Wahrheit von selbst erkennt (vgl. Comenius)
Erzieher als Disziplinierenden:
- Es wird davon ausgegangen, dass die Zähmung und Disziplinierung des Menschen dessen Abgrenzung vom Tier ermöglicht.
-Hierbei muss die Natur des Menschen beherrscht und gebrochen werden (vgl. Pestalozzi) Kant forderte hierzu, dass die Disziplinierung durch die Förderung des Gebrauchs der eigenen Freiheit ermöglicht wird.
- In der Realität geschieht dies jedoch durch Brechen des Eigenwillens des Zöglings und drastische Strafen.
* Erzieher als Schiedsrichter:
- kommt es zu einer Veränderung des Disziplinierungsgedankens.
- Hierbei ist Erziehung gegenwärtig ein Regelbefolgen.
- Hierbei werden gesellschaftliche Regelungen abgesteckt in denen Spielzüge und Strategien möglich sind, insofern sie diese Regelungen nicht durchbrechen.
- Es wird der Individualität und Entwicklung Spielraum gegeben und erst durch Einhaltung und Kontrolle von Regel werden diese möglich.
- Man nennt diese Gesellschaft auch Kontrollgesellschaftsform.
- Der Erzieher ist hierbei kein Erziehungssubjekt, sondern die von der Gesellschaft aufgestellten Regeln.
Erörtern Sie die Bestimmungen des Begriffs Erziehung!
* Der Erziehungsbegriff schärft seine Konturen durch den Zuchtgedanken -> muss sich unter Kultur, Gesellschaft, Tradition, Gebot Gottes u.v.m. unterordnen
* Der Charakter der Unterordnung zur Beförderung des eigenen Wohls macht eine sorgfältig kritische erziehungstheoretische Reflexion auf Ziele, Praktiken und Machtstrukturen der Erziehung notwendig -> Erziehungsgedanke ist hierbei unverzichtbar
* Regelgebenden Bedeutungen sollten stets näher erklärt werden und nicht dem Mythos des Gegebenen verfallen
* Mensch stets im Spiegel seiner Regelgebenden Anthropologie
* nicht für Abschaffung der Erziehung plädieren, sondern die unterschiedlichen Praktiken der Disziplinierung und die Machtstrukturen reflektieren
* Man sollte hierbei zwischen Absichts- und Wirkungsprinzip und intentionaler und funktionaler Erziehung differenzieren.
Auf welches theoretische Deutungsspektrum weisen die Definitionen von Erziehung?
* Die vielen unterschiedlichen Definitionen von Erziehung zeigen, dass wir hier von einem sehr weiten Deutungsspektrum reden.
* Erziehung kann man als Definition nicht genau einfassen.
* abhängig vom Charakter des zu Erziehenden, der Gesellschaft, der Normen und Werte und nicht zuletzt auch von dem Erzieher selbst.
* intentionale und funktionale Erziehung nicht voneinander abzugrenzen / viele unterschiedliche Perspektiven können nicht von einander getrennt werden
Erziehung ist ein sehr weitläufiges Welt und zusammengefasst eine Sichtweise von Gegensätzen, eine Mischung aus Fremd- und Selbstbestimmung, aus Freiheit und Zwang.